Wohnungskündigung ohne Grund?

Das deutsche Mietrecht ist, sofern es sich um angemieteten Wohnraum handelt, sehr mieterfreundlich ausgerichtet. So darf ein Vermieter in der Regel nur dann kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Kündigung nachweisen kann.

Ein solches Interesse ist zum Beispiel gegeben, wenn

  • der Mieter seine Pflichten aus dem Mietvertrag erheblich und schuldhaft verletzt hat,
  • der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt („Eigenbedarf“) oder
  • der Vermieter durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses das Grundstück nicht angemessen verwerten kann und ihm dadurch erhebliche Nachteile entstehen.

Liegt kein berechtigtes Interesse des Vermieters vor, kann auch nicht gekündigt werden!

Da dies nicht immer zu interessensgerechten Ergebnissen führen würde, hat der Gesetzgeber dem Vermieter in § 573 a BGB ein „Schlupfloch“ gelassen:

Gibt es in einem Haus, in dem der Vermieter selbst wohnt, insgesamt nur zwei Wohnungen, so kann der Vermieter dem Mieter der zweiten Wohnung („Einliegerwohnung“) auch grundlos kündigen. Das gleiche gilt, wenn der Vermieter dem Mieter Wohnraum in seiner eigenen Wohnung vermietet hat.

Auf diese Weise möchte man dem Vermieter die Möglichkeit geben, vorhandene Spannungen, die sich aus dem sehr engen Zusammenleben ergeben, zu beenden.

Möchte sich der Vermieter auf die erleichterte Kündigung gemäß § 573 a BGB stützen, so muss er dies in seinem schriftlichen Kündigungsschreiben angeben.

Um auch die Interessen des Mieters zu berücksichtigen, hat der Gesetzgeber in diesen Fällen die Kündigungsfrist für den Vermieter um drei Monate verlängert:

Besteht das Mietverhältnis weniger als fünf Jahre, so kann der Vermieter mit einer Frist von 6 Monaten kündigen. Besteht es mehr als 5, aber weniger als 8 Jahre, so beträgt die Kündigungsfrist 9 Monate. Nach mehr als 8 Jahren beträgt die Kündigungsfrist für den Vermieter 12 Monate.

Oftmals stellen diese Kündigungsfristen für den Vermieter eine erhebliche weitere Belastung dar. Es bietet sich daher oft an, mit dem Mieter einen Aufhebungsvertrag zu schließen, mit dem das Mietverhältnis vorzeitig beendet wird. Als Gegenleistung für die frühere Beendigung kann ein Vermieter zum Beispiel anbieten, die Umzugskosten zu übernehmen oder einen pauschalen Geldbetrag zu zahlen.

Sie haben Fragen zu diesem oder anderen Themen? Kontaktieren Sie mich gerne unter 06373-891145 oder verwenden Sie das Kontaktformular.

Fröhliche Weihnachten und ein friedliches neues Jahr!

Liebe Mandanten, liebe Blogleser und Besucher dieser Webseite,

ich möchte den letzten Blogbeitrag in diesem Jahr dazu verwenden, mich bei Ihnen herzlich für den regen Austausch, die gute Zusammenarbeit und die gemeinsame Zeit zu bedanken.

Mein Team und ich wünschen Ihnen fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch in ein friedliches, gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2017!

Mit den Vorfällen der letzten Tage ist sicher auch für Sie ein Schatten auf die kommenden Festtage gefallen.

Ich möchte Sie dennoch dazu einladen, gerade dieses Weihnachtsfest achtsam und fröhlich im Kreis Ihrer Familie und Freunde zu verbringen.

Ich denke, in unsicheren Zeiten ist es besonders wichtig, beieinander zu sein, zueinander zu stehen und eine starke Gemeinschaft zu bilden.

Wir wissen alle, dass die Feiertage auch Stress mit sich bringen:

Man kauft wochenlang ein, bereitet stundenlang vor, wickelt in letzter Minute Geschenke ein und hetzt von einer Feier zur nächsten.

Dabei ist es leicht, das Glück und die Liebe, die uns umgeben, zu übersehen.

Gönnen Sie sich daher inmitten des Trubels einen Moment des Innehaltens und denken Sie an die Worte des weisen Karl Valentin:

„Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger.“

Meine besten Wünsche für Sie!

Ihre Britta Best

PS: Wir haben Kanzleiferien bis einschließlich 08.01.2017. In dringenden Fällen hinterlassen Sie uns bitte eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter, Telefon: 06373-891145, oder schreiben Sie uns eine E-Mail an kanzlei@britta-best.de.

Leitfaden Selbständigkeit 12: Integrität, Zusammenhalt und „Building your Tribe“

Mögen Sie Autos?

Ich eigentlich nicht – bis ich aufs Land gezogen bin, hatte ich nicht mal ein eigenes.

Dennoch bin ich seit Jahren ein großer Fan der britischen Autosendung TopGear.

Falls Sie die Sendung nicht kennen: Sie wird von der BBC produziert und wird im deutschen Fernsehen auf DMAX ausgestrahlt.

TopGear wurde bis 2015 von Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond moderiert.

Alle drei verfügen über großes Fachwissen, sind befreundet und haben untereinander eine sehr eigenwillige Dynamik, die extrem unterhaltsam ist.

TopGear ist keine typische Autosendung:

Zwar werden auch die technischen Facetten verschiedener Fahrzeugmodelle erörtert, aber der Reiz der Sendung liegt darin, die Interaktion zwischen den Moderatoren zu beobachten.

Oft treten die drei z.B. mit den von ihnen präferierten Fahrzeugen gegeneinander an oder bauen Autos, die einen bestimmten Zweck erfüllen sollen. Alles ist sehr hochwertig fotografiert und genial geschnitten.

Unter den drei Moderatoren ist Jeremy Clarkson sicher die stärkste Persönlichkeit. Er ist auch außerhalb der Sendung nicht gerade für besondere Zurückhaltung oder angepasste Meinungsäußerung bekannt.

Dennoch hat es die Fans der Sendung sehr erstaunt, als im Frühjahr 2015 bekannt wurde, dass die BBC den Vertrag mit ihm nicht verlängern würde. Hintergrund war ein Vorfall, bei dem er mit einem Produzenten der Sendung aneinandergeraten ist.

Als ich davon erfuhr, habe ich mir ernsthaft Sorgen um eine meiner absoluten Lieblingssendungen gemacht.

Dann ist etwas sehr Interessantes passiert:

Die beiden anderen Moderatoren, James May und Richard Hammond, gaben kurze Zeit später bekannt, dass sie ohne Jeremy Clarkson ebenfalls nicht weitermachen würden. Daraufhin wurden auch ihre Verträge mit der BBC nicht verlängert.

Versetzen wir uns kurz einmal in die Lage der Beiden:

Eben noch moderieren sie die erfolgreichste Sendung der BBC mit einem Millionenpublikum auf der ganzen Welt – ein echter Traumjob, bei dem sie mit ihren Freunden um die Welt ziehen, Spaß haben, unterhaltsame und informative Beiträge produzieren und mit Sicherheit auch ordentlich verdienen.

Dann baut einer Mist, der Sender greift zu Maßnahmen und plötzlich steht alles auf der Kippe…

Was würden Sie in einer solchen Situation tun?

Natürlich ist den beiden klar, dass das Format ohne Jeremy Clarkson erheblich leiden würde.

Dennoch fand ich es integer und bewundernswert, dass sie sich dazu entschieden haben, zu ihrem Freund zu stehen und nicht ohne ihn weiterzumachen.

Das Ganze ging übrigens gut aus:

Seit Mitte November 2016 sind sie alle drei mit dem neuen Format „The Grand Tour“ auf Amazon Prime zu sehen. Die ersten vier Folgen sind bereits online, sprengen angeblich alle Streaming-Rekorde und sind einfach großartig!

Zusammenhalt scheint sich also zu lohnen.

Damit ist die Geschichte, die ich mit diesem Blogbeitrag erzählen möchte, noch nicht vorbei, denn jetzt passiert etwas Spannendes:

Nach der Erfahrung, wie schnell man durch eine einzige Entscheidung sein Publikum und damit seine Reichweite verlieren kann, starten die drei Ende November Drivetribe, ihr eigenes Forum für Autofans.

Genial.

Denn als selbstständige, medienproduzierende Unternehmer im Internetzeitalter – und genau das sind sie letztlich – hängt für sie alles davon ab, dass sie ihre Fans und „Kunden“ erreichen.

Mit einer eigenen Plattform können sie das. Und es kann ihnen auch niemand einfach „den Stecker rausziehen“…

Viele Unternehmer, die online sichtbar sind, setzen derzeit auf Google, Facebook, Twitter, Instagram oder ähnliche Plattformen. Ändert jedoch eines dieser Unternehmen – wie in der Vergangenheit vor allem bei Google und Facebook geschehen – seine Algorithmen, erreichen Ihre Beiträge vielleicht nicht mehr 5.000 Menschen, sondern nur noch 500.

Klar, Sie können auf jeder dieser Plattformen für Werbung bezahlen, aber viel einfacher und kostengünstiger ist es doch, wenn Sie unabhängig von Fremdanbietern Ihre Zielgruppe erreichen.

Sie haben Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie mich gerne unter 06373-891145 oder verwenden Sie das Kontaktformular.