Leitfaden Selbständigkeit 4: Die Recherche

Wie bei allem anderen gilt:

Wissen ist Macht.

Informieren Sie sich – und informieren Sie sich gründlich und früh!

Wir Rechtsanwälte haben unsere Kammern, die Informationen bereitstellen und Hilfestellung geben können. Auch gibt es berufsrechtliche Regelungen, die unser Handeln einschränken und vorgeben.

Mit Sicherheit gibt es auch in Ihrem Bereich Richtlinien, Regeln, Verfahren und Genehmigungen, die eingehalten werden müssen.

Mit Google ist es leicht geworden, sich darüber zu informieren, welche Anforderungen Sie erfüllen müssen, um mit Ihrem eigenen Unternehmen in Ihrer Branche durchzustarten.

Lesen Sie Bücher für Existenzgründer.

Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, sich über Ihr vorhandenes Netzwerk kundig zu machen, weil Sie selbst jemanden kennen, der selbständig ist. Oder Sie kennen jemanden, der wiederum jemanden kennt…

Informieren Sie sich beim Arbeitsamt oder Ihrer Industrie- und Handelskammer. Falls Sie aus  Rheinland-Pfalz sind:

Die IHK-Pfalz hat ein riesiges Internetangebot mit sehr vielen Informationen für Existenzgründer.

Schauen Sie sich in dem Gewerbeverein Ihrer Stadt um, suchen Sie auf Xing, schauen Sie, was Ihre Konkurrenz im Internet macht.

Bauen Sie schon vor Beginn Ihrer Selbständigkeit Ihr Netzwerk.

Fragen Sie andere Menschen. Suchen Sie sich einen Mentor. Sie werden erstaunt sein, wie oft Ihnen „einfach so“ geholfen wird.

Menschen wollen helfen und hilfreich sein.

Um erfolgreich zu sein, reicht es nicht, dass ein Unternehmer in seinem eigenen Bereich gut ist. Er muss sich neben seiner Kernkompetenz viel Wissen erarbeiten oder Menschen finden, die Aufgaben für ihn übernehmen.

Ich möchte eigentlich alles selbst können und habe mir z.B. schon im Referendariat erklären lassen, wie man eine Kostennote schreibt.

Weil ich wissen will, wie es richtig geht, um nicht den Rest meiner Laufbahn von anderen abhängig zu sein.

Was würde ich sonst machen, wenn meine Mitarbeiterin, die die Kostennoten in der Regel schreibt, krankheitsbedingt ausfällt? Keine Rechnungen schreiben für die nächsten drei Wochen? Und damit keinen Umsatz generieren?

Ganz schlechte Idee.

Ich glaube daher, dass Sie zumindest Grundkenntnisse in allen Bereichen haben sollten, die in Ihrer Selbständigkeit anfallen, z.B.:

  • Akquise
  • Angebotserstellung
  • Rechnungen schreiben
  • Geschäftskonto
  • Berufliche Versicherungen
  • Buchhaltung
  • Steuererklärung
  • Umsatzsteueranmeldung
  • Marketing
  • EDV
  • Internet/ Email/ Homepage
  • Verträge
  • Arbeitsrecht

Verstehen Sie mich nicht falsch:

Ihre Arbeitszeit ist rar.

Sie sollen und müssen sich Ihren Kopf für die wichtigen Aufgaben frei halten.

Wenn Ihr Business wächst, müssen Strukturen da sein oder schnell geschaffen werden können, die dieses Wachstum auffangen.

Dennoch müssen Sie die Grundlagen kennen, damit Sie das richtige Team an Mitarbeitern und Dienstleistern zusammenstellen.

Drei Dienstleister würde ich mir schon am Anfang suchen, damit die Weichen richtig gestellt werden:

  • Einen Steuerberater, der Ihnen Buchhaltung, Rechnungen, Umsatz- und Steuererklärungen erklären und fertigen kann.
  • Einen Versicherungsberater, der Ihnen hilft, die Versicherungen abzuschließen, die Ihre Arbeitskraft und Ihre Selbständigkeit absichern.
  • Einen Rechtsanwalt, wenn Sie für Ihre Gründung Verträge unterschreiben müssen.

Sie haben Anregungen, Fragen oder Kommentare? Schreiben Sie mir doch ein paar Zeilen!

Ratgeber Scheidung 3: Die Dealbreaker

Wenn man eine Ehe eingeht, verspricht man sich in der ein oder anderen Form, dass man zusammenbleiben will, „in Gesundheit und in Krankheit, in Armut und in Reichtum“.

Ein solches Versprechen gibt man nicht leichtfertig ab. Jeder, der eine längere Beziehung lebt, weiß, dass nicht jeder Tag gefüllt ist mit Rosen und Sonnenschein.

Dennoch gibt es Umstände, in denen man eine Trennung ernsthaft erwägen sollte:

1. Physische oder psychische Gewalt:

Ist Ihr Partner Ihnen oder Ihren Kindern gegenüber gewalttätig, sollten Sie zu Ihrem eigenen Schutz nicht in dieser Beziehung sein.

Mißbraucht er Sie oder Ihre Kinder, sollten Sie gehen.

Einen Menschen kann man meiner Erfahrung nach recht zuverlässig mit dieser Faustformel einschätzen:

Der beste Indikator für sein zukünftiges Verhalten ist sein bisheriges Verhalten.

Hat er Sie einmal geschlagen, wird er das vermutlich wieder tun. Egal, wie sehr Sie sich bemühen, ihm keinen „Grund“ dafür zu geben.

Beschimpft und beleidigt er Sie, sagt er Ihnen, wie schlecht und unwert Sie sind, wird dies wieder und wieder vorkommen.

Bleiben Sie bei einem solchen Menschen, stehen die Chancen gut, dass sein Verhalten mit der Zeit schlimmer wird, da Sie ihm durch Ihr Bleiben zeigen, dass er es „mit Ihnen und Ihren Kindern machen kann“.

Setzt sich ein Mensch über einen längeren Zeitraum solchen Situationen aus, geht das eigene Selbstbewusstsein immer mehr verloren, man fühlt sich wertlos und abhängig. Eine Trennung wird dann immer schwerer.

Egal, ob er Sie nach einem Vorfall mit Blumen oder Entschuldigungen überhäuft, ein gewalttätiger Mensch, der sein Problem nicht erkennt und sich nicht behandeln lässt, ist kein Partner für Sie.

2. Süchte:

Ein Mensch, der von Alkohol oder Drogen abhängig oder spielsüchtig ist, hat etwas, das ihm wichtiger ist als sein Partner: Seine Sucht.

Viele Partner von Menschen mit Süchten versuchen, den Süchtigen zu retten.

Das funktioniert in der Regel nicht, sondern drängt Sie in eine Co-Abhängigkeit.

Bleiben Sie bei einem süchtigen Partner, der sich nicht behandeln lässt, steht dieser mit seiner Sucht immer im Mittelpunkt Ihres Lebens. Ihre eigenen Wünsche und auch die Bedürfnisse Ihrer Kinder treten hinter der Sucht zurück.

Dadurch, dass Sie Ihrem Partner den Rücken freihalten, ermöglichen Sie ihm, seine Sucht weiter und länger durchzuhalten, als er das ohne Sie könnte.

Wenn niemand da ist, der für den Süchtigen lügt oder ihm Geld nachschießt, kommt die Talsohle viel schneller und härter als das sonst der Fall wäre. Und damit auch der Moment, in dem er vielleicht erkennt, dass er sein Verhalten ändern muss und Hilfe braucht.

Süchtige gehören meiner Meinung nach dringend in die Hände von Ärzten und Therapeuten.

Besorgen Sie ihm Hilfe, aber halten Sie Abstand zwischen Ihnen selbst und seiner Sucht. Schauen Sie auf sich und kümmern Sie sich auch um das, was Sie brauchen.

3. Längerfristige psychische Erkrankungen:

Unbehandelte psychische Erkrankungen sind die Hölle. Nicht nur für den Erkrankten, sondern auch für seine Familie und seinen Partner.

Klar, jeder hat schlechte Phasen mit depressiven Verstimmungen, trüben Tagen und schlechten Gedanken.

Eine ausgewachsene psychische Erkrankung erreicht aber ganz andere Dimensionen.

Die häufigste Krankheit dürften Depressionen sein.

Ein depressiver Mensch, der sich nicht medikamentös und/ oder psychologisch behandeln lässt, belastet das eigene Glück enorm.

Hat jemand eine Depression, will man ihm helfen, ihn aufmuntern und ihm die positiven Dinge im Leben näherbringen.

Sie werden ihn trotz aller guten Absichten mit solchen Bemühungen meist nicht erreichen, wenn er nicht selbst Hilfe haben will.

Ihm wird es zuviel sein, dass Sie sich um ihn kümmern wollen. Er wird Sie wegstoßen und sich nicht helfen lassen.

Auch in diesem Fall werden Sie früher oder später Abstand brauchen, wenn Sie nicht selbst mit vor die Hunde gehen wollen.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Partner ärztlich und psychologisch betreut wird, lassen Sie ihn bei Selbstmordgefährdung in eine Klinik einweisen, aber halten Sie emotionalen Abstand und schauen Sie auf sich.

Fazit:

In allen drei Situationen, die ich oben beschrieben habe, werden Sie und Ihre Familie Hilfe von außen brauchen.

Holen Sie sich möglichst früh Unterstützung bei Ihren Freunden und Ihrer Familie. Wenden Sie sich an Ärzte, Psychologen, Rechtsanwälte, das Jugendamt und/ oder die Polizei.

Sie müssen solche Situationen nicht alleine durchstehen, wenn Sie sich nicht selbst isolieren und das Verhalten des Partners verborgen halten.

Leitfaden Selbständigkeit 3: Die Vision

In jeder Existenzgründungsberatung kommt der Moment, wenn Ihr Coach möchte, dass Sie Ihre „Vision“ entwerfen.

 „Wo sehen Sie sich in fünf und wo in zehn Jahren?!“

Tja, und dann sitzen Sie da und sollen Ihre Zukunft aus dem Ärmel schütteln…

Ich fand diese Frage albern: Ich wollte Anwalt sein, davon leben können und dann „mal sehen“.

Klar, man hat das ein oder andere Rechtsgebiet, das einem mehr liegt. Aber was bringt es, wenn ich mir sage „Oh, ich will nur Erbrecht machen!“ und dann kommt in den nächsten fünf Jahren kein Erbrechtsmandant durch die Tür?

Ich finde es gut, wenn man sich Ziele setzt.

Will ich z.B. wirklich, wirklich Erbrechtsspezialist werden, werde ich mich auf diesem Gebiet intensiv fortbilden. Und ich werde meine Akquise und Werbung darauf ausrichten, Erbrechtsfälle an Land zu ziehen.

Verzetteln Sie sich nicht.

Mache ich z.B. eine Autowerkstatt auf, bin gleichzeitig Paketshop, verkaufe gebrauchte Kinderkleidung auf eBay und züchte nebenher professionell Hunde, könnte es sein, dass ich am Schluss nur noch von Aufgabe zu Aufgabe hetze und keine Sache richtig mache.

Unerledigte oder schlecht erfüllte Aufgaben führen zu Kundenunzufriedenheit!

Mein Rat daher:  Überlegen Sie sich noch vor der Gründung, wohin die Reise ungefähr gehen soll. Was Sie erreichen wollen und wie Sie arbeiten möchten.

Überdenken Sie gesetzte Ziele von Zeit zu Zeit.

Ich überlege mir am Anfang eines Jahres, was ich in diesem Jahr erreichen will:

Vor ein paar Jahren wollte ich die nötigen familienrechtlichen Fälle bekommen, um den Fachanwaltstitel im Familienrecht zu erwerben, davor wollte ich eine bestimmte Anzahl von Mandaten erreichen…

Man erreicht seine Ziele, wenn man sich an ihnen orientiert.

Von daher:  Visionen entwickeln, Ziele setzen – nicht die schlechteste Idee, aber bitte bleiben Sie offen für das, was der Markt und Ihr Betrieb bietet.

Noch weiterlesen? Dann bitte hier entlang zum vierten Teil.