Sozialrecht 1: Der Verwaltungsakt

Eine Sozialbehörde handelt in der Regel nur auf Antrag und durch Verwaltungsakt. Beispiele im Sozialrecht:

  • Rentenbescheid,
  • Bescheid über Leistungen zur Grundsicherung
  • Wohngeldbescheid.

Der Verwaltungsakt kann mündlich oder schriftlich ergehen, muss begründet und Ihnen bekanntgegeben werden.

Der Verwaltungsakt muss eine Rechtsbehelfsbelehrung enthalten. Man muss Ihnen also mitteilen, wie Sie sich wehren können, wenn Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind. Beispiel:

  • „Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch ist bei dem Jobcenter Landkreis Kusel, Fritz-Wunderlich-Straße 49 b, 66869 Kusel schriftlich oder zur Niederschrift einzulegen. Bei schriftlicher Einlegung des Widerspruchs ist die Widerspruchsfrist (Satz 1) nur gewahrt, wenn der Widerspruch noch vor Ablauf der Frist bei der Behörde eingegangen ist.“

Wenn Sie einen solchen Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung erhalten, haben Sie einen Monat Zeit, um den Widerspruch bei der Behörde zu erheben. Beispiel:

  • Bescheid vom 01.02.2015 liegt am 03.02.2015 bei Ihnen im Briefkasten. Ihr Widerspruch muss die Behörde spätestens mit Ablauf des 03.03.2015 erreicht haben.

Fehlt die Rechtsbehelfsbelehrung – was durchaus vorkommt – oder ist sie falsch, so ist der Verwaltungsakt nicht direkt unwirksam. Aber Sie können dann bis zu einem Jahr nach Erhalt des Bescheides Ihren Widerspruch wirksam erheben.

Wichtig ist, dass all Ihre Handlungen der Behörde gegenüber nachweisbar sind.

Es kommt leider manchmal vor, dass Mandanten Unterlagen an die Behörde schicken, die in der Akte nicht auffindbar sind.

Mein Tipp daher:

  • Geben Sie Unterlagen persönlich ab und lassen Sie sich den Empfang quittieren.
  • Falls Sie Unterlagen per Post schicken, verwenden Sie ein Einwurfeinschreiben.
  • Heben Sie den Sendebericht auf, falls Sie Unterlagen per Telefax an die Behörde senden.

Mit Ihrem Widerspruch beginnt das behördliche Widerspruchsverfahren, das ich in meinem nächsten Beitrag zum Sozialrecht behandeln werde.

Falls Sie Fragen haben, rufen Sie mich an, Telefon 06373-891145, oder nehmen Sie gleich hier Kontakt auf.

Leitfaden Selbständigkeit 2: Der Grundstein

Sie müssen sich zunächst überlegen, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie anbieten wollen.

Von Vorteil ist es, wenn Sie in dem angestrebten Bereich eine Ausbildung haben und/ oder in dem entsprechenden Beruf schon als Angestellter gearbeitet haben.

Eine Selbständigkeit erfordert von Ihnen viele Fertigkeiten neben dem eigentlichen Beruf.

Daher sollte man meiner Meinung nach für die Kerntätigkeit ausreichend Erfahrung mitbringen.

Meine Gründung ist in der Zeit erfolgt, in der die sog. „Ich-AGs“ gefördert wurden.

Diese Förderung ist – so kam es mir damals jedenfalls vor – jedem bewilligt worden, der sich selbständig machen wollte. Das war nicht immer sinnvoll.

Man konnte z.B. beobachten, dass an vielen Ecken Nagelstudios Eröffnung feierten und etwa ein halbes Jahr später wieder verschwunden waren. Ein Kurs zur „Nagelmodellage“ war günstig zu haben, auch die Grundausrüstung war erschwinglich…

Jedoch hatten die wenigsten Nageldesigner durchkalkuliert, wie viele Hände sie maniküren mussten, um überhaupt die monatliche Raummiete zu erwirtschaften. (Derzeit kann man das gleiche Phänomen übrigens bei Goldankaufläden beobachten.)

Meist endet eine solche kurze Selbständigkeit nicht damit, dass der Laden einfach schließt:

  • Geschäftsräume werden oft auf mehrere Jahre angemietet,
  • Lieferanten und Mitarbeiter wollen bezahlt werden,
  • Kredite sind aufgenommen worden.

So kommt es häufig vor, dass eine Selbständigkeit mit hohen Schulden und in der Insolvenz endet.

Eine Insolvenz ist in Deutschland zwar nicht das Ende der Welt, bedeutet aber, dass Sie auf viele Jahre finanziell eingeschränkt leben müssen und Ihre Kreditwürdigkeit auch nach der Restschuldbefreiung lange negativ bleibt.

Ich rate Ihnen deshalb, eine Selbständigkeit nur aufzunehmen, wenn Sie Ihren Job können und Sie ihn auch wirklich und von Herzen machen wollen.

Wie geht es dann weiter? Dazu mehr im nächsten Beitrag!

Winter-Blues

Aus meiner Facebook-Timeline der letzten Wochen:

  • Ich hasse, hasse, HASSE Winter!!!!!! (02.01.2015)
  • Es sieht ja toll aus, aber versucht mal, eine Eisschicht von Eurem Auto zu kratzen, die einen halben Zentimeter dick ist… (06.01.2015)
  • Worte, bei denen ich derzeit in stille Verzweiflung ausbreche: „Ich habe gehört, Ihr habt Schnee in Gries?!“ (26.01.2015)
  • Lasst uns eine neue Arche bauen – mit Kufen… (01.02.2015)

Sie sehen, ich bin KEIN Fan der kalten Jahreszeit und des allgemeinen Winter-Blues.

Derzeit scheint es vielen so zu gehen. Die Häufigkeit, mit der mir Mandanten und Freunde in den letzten Wochen düstere Gedanken anvertraut haben, finde ich erschreckend.

Sie fragen sich, was das eigentlich alles für einen Sinn hat, wozu man sich so anstrengt, warum man nichts hinbekommt, ob man sein Leben nicht ganz anders hätte leben sollen…

Ich glaube, solche Gedanken sind universell und dass man sich ihnen nicht ausliefern darf, denn:

Depressionen lügen!

Nichts, was Sie sich heimlich an negativen Dingen vorwerfen und einreden, stimmt!

Überlegen Sie sich, wie Sie reagieren, wenn Ihnen ein Freund solche Überlegungen anvertraut. Sagen Sie ihm dann: „Genau, endlich hast Du es erkannt“?

Oder doch eher: „So ein Quatsch, was redest Du Dir denn da für einen Mist ein, Du bist ein toller, liebenswerter Mensch, den ich mag und gerne um mich habe.“

Dann kommt als nächstes: „Aber ich habe doch dieses und jenes nicht erreicht. Das hier habe ich nicht geschafft. Und überhaupt: Ich müsste dringend 10 Kilo abnehmen!“

Ja, sicher, man kann bestimmt das ein oder andere anders machen, aber:

  1. Die Vergangenheit können Sie nicht ändern.
  2. Sie haben vermutlich in jedem vergangenen Moment Ihr Möglichstes getan.
  3. Das ist genug.
  4. Sie sind genug.

Ich empfehle Ihnen, die dunklen Gedanken zu teilen und sich jemandem anzuvertrauen, der Ihnen hilft, die Dinge wieder objektiver zu sehen und ins rechte Licht zu rücken. Dann verlieren sie oft ihre Macht.

Wenn Reden nicht hilft, Ihnen Ihren Lebensmut zurückzugeben, und Sie das Gefühl haben, aus dem Dunkel nicht mehr alleine herauszufinden, könnte es sein, dass Ihre Körperchemie im Ungleichgewicht ist.

Das wäre für mich der Moment, in dem ich mich an meinen Hausarzt oder an einen Neurologen wenden und mir ein Medikament verschreiben lassen würde, das den Teufelskreis meiner Gedanken durchbrechen kann.

Ich weiß, dass viele Menschen davor zurückschrecken, bin aber der festen Überzeugung, dass solche Medikamente manchmal notwendig und hilfreich sind. Und: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion würden Sie sich auch nicht schuldig fühlen, wenn Sie ein Mittel dagegen schlucken müssten.

Passen Sie gut auf sich auf, denn Sie sind wertvoll und werden geliebt und gebraucht!