Ratgeber Scheidung 2: Kinder bei einer Trennung

Falls von Ihrer Trennung Kinder betroffen sind, muss geklärt werden, wo diese nach der Trennung und Scheidung leben sollen.

In einer Ehe haben beide Eheleute das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder.

Das bedeutet, dass alle wichtigen Entscheidungen von den Eltern gemeinsam getroffen werden.

Dies betrifft zum Beispiel die Wahl des Kindergartens und der Schule, die Frage, welche Religion die Kinder haben sollen und ob und welche ärztlichen Behandlungen und Operationen durchgeführt werden.

Auch nach der Trennung und sogar nach der Scheidung behalten grundsätzlich beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht.

Dies ist im Sinne der Kinder richtig und wünschenswert, weil man ihnen beide Elternteile erhalten will und sie dies für eine gesunde Entwicklung benötigen.

Von der Paarbeziehung zur Elternbeziehung zu wechseln, ist keine einfache Aufgabe.

Gerade, wenn ich mich mit meinem Partner nicht mehr verstehe und mich von ihm trenne, sehe ich ihn oft nicht mehr als jemanden an, der die richtigen Entscheidungen trifft. Man trennt sich ja gerade auch aus dem Grund, um mit dem Ex nicht mehr ein Team bilden zu müssen.

Wenn Sie Kinder haben, wird Ihr Ex-Partner weiterhin Teil Ihres Lebens sein.

Und das auf nicht absehbare Zeit. Gewöhnen Sie sich daher am besten daran, dass Sie ihn oder sie nicht ganz aus Ihrem Leben löschen können.

Ziehen Sie nicht überstürzt aus!

Wenn Sie Kinder haben, überlegen Sie bitte genau, ob Sie ausziehen und die Kinder beim anderen zurücklassen wollen.

Falls Sie möchten, dass die Kinder dauerhaft bei Ihnen leben, ist das keine gute Idee. Denn mit Ihrem Auszug manifestieren Sie nach außen Ihr Einverständnis damit, dass die Kinder beim anderen Elternteil bleiben sollen.

Das Familiengericht wird zwar immer prüfen, was für das Kindeswohl am besten ist, jedoch könnte Ihnen aus einem Auszug ohne die Kinder „ein Strick gedreht werden“.

Leitfaden Selbständigkeit 1: Die Einführung

Als Anwalt berät man von Zeit zu Zeit Selbständige oder Menschen, die in die Selbständigkeit gehen wollen. Ich selbst habe vor über 10 Jahren meine eigene Kanzlei gegründet und möchte mit diesem Leitfaden für Sie ein wenig zusammenfassen, was ich seither gelernt und erfahren habe.

Dabei geht es mir nicht darum, Detailwissen zu vermitteln. Ich möchte Ihnen eher mit auf den Weg geben, was es heißt, ein selbständiger Unternehmer zu sein.

Zu meinem Werdegang:

Ich wollte schon lange vor dem Abitur Rechtsanwältin werden und habe daher Jura studiert. Das Studium war trocken, unübersichtlich und hat mir keinen großen Spaß gemacht. Auf das erste Staatsexamen folgten zwei Jahre Referendariatzeit:

Praxis, echte Fälle, Gerichtsverhandlungen – ich blühte auf und merkte, dass ich mir doch das richtige Fach ausgesucht hatte…

Erste Schritte:

Nach meinem zweiten Staatsexamen war ich zunächst in einer Kanzlei als Anwältin angestellt. Dort habe ich viel gelernt, etwa wie man mit Mandanten umgeht, wie man eine Akte führt, wie Kostenrechnungen erstellt werden und vieles andere mehr. Das Handwerkszeug eines Rechtsanwalts eben.

Eine sehr spannende und lehrreiche Zeit, aber nach einer Weile dachte ich oft: „Das kann ich besser!“ oder „Wenn ich das selbst entscheiden müsste, würde ich das aber anders machen!“

Die Entscheidung:

Und so kam es, dass ich es irgendwann in der Tat anders machen wollte und mich selbständig gemacht habe.

Ich glaube, für einen Anwalt ist das nicht so ungewöhnlich. Viele meiner Kollegen haben ihre eigene Kanzlei und arbeiten dort alleine oder mit ein, zwei Kollegen.

Rechtsanwalt ist schon immer ein freier Beruf gewesen (und das ist auch gut so).

Freiheit – und das wird jedem Unternehmer vertraut sein – bedeutet aber auch, dass man viele Entscheidungen treffen muss und letztlich auf sich allein gestellt ist.

Wie gehe ich also vor, wenn ich mich selbständig machen will?

Das verrate ich Ihnen in den nächsten Beiträgen. Teil 2 finden Sie hier.

Pyromanen

Ich habe gerade mal in meinem Xing-Profil nachgeschaut und tatsächlich: Ich bin inzwischen seit 10,5 Jahren selbständig.

Und was habe ich in dieser Zeit vor allem getan?

Genau: Papier produziert…

Mein Archiv quillt aus allen Nähten und so habe ich mir vor einiger Zeit überlegt, dass ich ein paar Akten, bei denen die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist, vernichten könnte.

Nun kann man ja Akten mit vertraulichen Informationen nicht einfach ins Altpapier werfen und das Beste hoffen. Also habe ich mich umgesehen, wie man das ordnungsgemäß macht und bin auf der Homepage einer Firma gelandet, die hier im Umkreis professionelle Aktenvernichtung anbietet.

Die Seite ist super gemacht, man kann sich Filme anschauen, Hunde bewachen den Ablauf, Mitarbeiter sind vereidigt, es gibt GPS-Ortung und eine lückenlose Dokumentation. Ich war echt angetan.

Dann habe ich meiner Sekretärin davon erzählt und sie gefragt, wie groß unsere Tonne wohl sein müsste.

Darauf sie: „Warum verbrennen wir das nicht einfach im Garten?“

Und ich: „…“