Winter-Blues

Aus meiner Facebook-Timeline der letzten Wochen:

  • Ich hasse, hasse, HASSE Winter!!!!!! (02.01.2015)
  • Es sieht ja toll aus, aber versucht mal, eine Eisschicht von Eurem Auto zu kratzen, die einen halben Zentimeter dick ist… (06.01.2015)
  • Worte, bei denen ich derzeit in stille Verzweiflung ausbreche: „Ich habe gehört, Ihr habt Schnee in Gries?!“ (26.01.2015)
  • Lasst uns eine neue Arche bauen – mit Kufen… (01.02.2015)

Sie sehen, ich bin KEIN Fan der kalten Jahreszeit und des allgemeinen Winter-Blues.

Derzeit scheint es vielen so zu gehen. Die Häufigkeit, mit der mir Mandanten und Freunde in den letzten Wochen düstere Gedanken anvertraut haben, finde ich erschreckend.

Sie fragen sich, was das eigentlich alles für einen Sinn hat, wozu man sich so anstrengt, warum man nichts hinbekommt, ob man sein Leben nicht ganz anders hätte leben sollen…

Ich glaube, solche Gedanken sind universell und dass man sich ihnen nicht ausliefern darf, denn:

Depressionen lügen!

Nichts, was Sie sich heimlich an negativen Dingen vorwerfen und einreden, stimmt!

Überlegen Sie sich, wie Sie reagieren, wenn Ihnen ein Freund solche Überlegungen anvertraut. Sagen Sie ihm dann: „Genau, endlich hast Du es erkannt“?

Oder doch eher: „So ein Quatsch, was redest Du Dir denn da für einen Mist ein, Du bist ein toller, liebenswerter Mensch, den ich mag und gerne um mich habe.“

Dann kommt als nächstes: „Aber ich habe doch dieses und jenes nicht erreicht. Das hier habe ich nicht geschafft. Und überhaupt: Ich müsste dringend 10 Kilo abnehmen!“

Ja, sicher, man kann bestimmt das ein oder andere anders machen, aber:

  1. Die Vergangenheit können Sie nicht ändern.
  2. Sie haben vermutlich in jedem vergangenen Moment Ihr Möglichstes getan.
  3. Das ist genug.
  4. Sie sind genug.

Ich empfehle Ihnen, die dunklen Gedanken zu teilen und sich jemandem anzuvertrauen, der Ihnen hilft, die Dinge wieder objektiver zu sehen und ins rechte Licht zu rücken. Dann verlieren sie oft ihre Macht.

Wenn Reden nicht hilft, Ihnen Ihren Lebensmut zurückzugeben, und Sie das Gefühl haben, aus dem Dunkel nicht mehr alleine herauszufinden, könnte es sein, dass Ihre Körperchemie im Ungleichgewicht ist.

Das wäre für mich der Moment, in dem ich mich an meinen Hausarzt oder an einen Neurologen wenden und mir ein Medikament verschreiben lassen würde, das den Teufelskreis meiner Gedanken durchbrechen kann.

Ich weiß, dass viele Menschen davor zurückschrecken, bin aber der festen Überzeugung, dass solche Medikamente manchmal notwendig und hilfreich sind. Und: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion würden Sie sich auch nicht schuldig fühlen, wenn Sie ein Mittel dagegen schlucken müssten.

Passen Sie gut auf sich auf, denn Sie sind wertvoll und werden geliebt und gebraucht!

 

Ratgeber Scheidung 2: Kinder bei einer Trennung

Falls von Ihrer Trennung Kinder betroffen sind, muss geklärt werden, wo diese nach der Trennung und Scheidung leben sollen.

In einer Ehe haben beide Eheleute das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder.

Das bedeutet, dass alle wichtigen Entscheidungen von den Eltern gemeinsam getroffen werden.

Dies betrifft zum Beispiel die Wahl des Kindergartens und der Schule, die Frage, welche Religion die Kinder haben sollen und ob und welche ärztlichen Behandlungen und Operationen durchgeführt werden.

Auch nach der Trennung und sogar nach der Scheidung behalten grundsätzlich beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht.

Dies ist im Sinne der Kinder richtig und wünschenswert, weil man ihnen beide Elternteile erhalten will und sie dies für eine gesunde Entwicklung benötigen.

Von der Paarbeziehung zur Elternbeziehung zu wechseln, ist keine einfache Aufgabe.

Gerade, wenn ich mich mit meinem Partner nicht mehr verstehe und mich von ihm trenne, sehe ich ihn oft nicht mehr als jemanden an, der die richtigen Entscheidungen trifft. Man trennt sich ja gerade auch aus dem Grund, um mit dem Ex nicht mehr ein Team bilden zu müssen.

Wenn Sie Kinder haben, wird Ihr Ex-Partner weiterhin Teil Ihres Lebens sein.

Und das auf nicht absehbare Zeit. Gewöhnen Sie sich daher am besten daran, dass Sie ihn oder sie nicht ganz aus Ihrem Leben löschen können.

Ziehen Sie nicht überstürzt aus!

Wenn Sie Kinder haben, überlegen Sie bitte genau, ob Sie ausziehen und die Kinder beim anderen zurücklassen wollen.

Falls Sie möchten, dass die Kinder dauerhaft bei Ihnen leben, ist das keine gute Idee. Denn mit Ihrem Auszug manifestieren Sie nach außen Ihr Einverständnis damit, dass die Kinder beim anderen Elternteil bleiben sollen.

Das Familiengericht wird zwar immer prüfen, was für das Kindeswohl am besten ist, jedoch könnte Ihnen aus einem Auszug ohne die Kinder „ein Strick gedreht werden“.

Leitfaden Selbständigkeit 1: Die Einführung

Als Anwalt berät man von Zeit zu Zeit Selbständige oder Menschen, die in die Selbständigkeit gehen wollen. Ich selbst habe vor über 10 Jahren meine eigene Kanzlei gegründet und möchte mit diesem Leitfaden für Sie ein wenig zusammenfassen, was ich seither gelernt und erfahren habe.

Dabei geht es mir nicht darum, Detailwissen zu vermitteln. Ich möchte Ihnen eher mit auf den Weg geben, was es heißt, ein selbständiger Unternehmer zu sein.

Zu meinem Werdegang:

Ich wollte schon lange vor dem Abitur Rechtsanwältin werden und habe daher Jura studiert. Das Studium war trocken, unübersichtlich und hat mir keinen großen Spaß gemacht. Auf das erste Staatsexamen folgten zwei Jahre Referendariatzeit:

Praxis, echte Fälle, Gerichtsverhandlungen – ich blühte auf und merkte, dass ich mir doch das richtige Fach ausgesucht hatte…

Erste Schritte:

Nach meinem zweiten Staatsexamen war ich zunächst in einer Kanzlei als Anwältin angestellt. Dort habe ich viel gelernt, etwa wie man mit Mandanten umgeht, wie man eine Akte führt, wie Kostenrechnungen erstellt werden und vieles andere mehr. Das Handwerkszeug eines Rechtsanwalts eben.

Eine sehr spannende und lehrreiche Zeit, aber nach einer Weile dachte ich oft: „Das kann ich besser!“ oder „Wenn ich das selbst entscheiden müsste, würde ich das aber anders machen!“

Die Entscheidung:

Und so kam es, dass ich es irgendwann in der Tat anders machen wollte und mich selbständig gemacht habe.

Ich glaube, für einen Anwalt ist das nicht so ungewöhnlich. Viele meiner Kollegen haben ihre eigene Kanzlei und arbeiten dort alleine oder mit ein, zwei Kollegen.

Rechtsanwalt ist schon immer ein freier Beruf gewesen (und das ist auch gut so).

Freiheit – und das wird jedem Unternehmer vertraut sein – bedeutet aber auch, dass man viele Entscheidungen treffen muss und letztlich auf sich allein gestellt ist.

Wie gehe ich also vor, wenn ich mich selbständig machen will?

Das verrate ich Ihnen in den nächsten Beiträgen. Teil 2 finden Sie hier.