Dankbarkeit

Vor einigen Wochen hat sich für mich eine ambulante Operation in einen zweistündigen Eingriff mit anschließendem Krankenhausaufenthalt ausgeweitet. Keine Sorge, alles gut.

Obwohl es ordentlich zwickte und zwackte und ich länger nicht arbeiten konnte, bin ich eigentlich nur von einem Gefühl erfüllt:

Dankbarkeit.

Für meine Familie und Freunde, die mir beistehen.

Dafür, dass ich in einem Land lebe, in dem ein solcher Eingriff auf dem neuesten Stand der Technik, unter Vollnarkose und hygienischen Zuständen durchgeführt werden kann.

Und dass er von meiner Krankenkasse bezahlt wird.

Dafür, dass mir die operierende Ärztin im Vorgespräch zugehört hat und mit ihrer Gründlichkeit das Problem, das mir die Beschwerden bereitet hat, (hoffentlich) entfernen konnte.

Als erwachsener, gut ausgebildeter Westeuropäer bin ich selten einer Situation hilflos ausgeliefert. Aber: Nach einer Vollnarkose sind Sie nicht wirklich in Ihrem üblichen Zustand.

Deshalb bin ich dankbar, dass ich nach der OP von freundlichen, zugewandten und herzlichen Krankenschwestern betreut worden bin, die mich die Dinge in meinem Tempo machen ließen.

Und ich bin – ziemlich sehr sogar – dankbar dafür, dass ich Zugang zu wirksamen Schmerzmitteln hatte und habe.

Wie es ist, wenn man den nicht hat, können Sie sich hier ansehen:

 

 

Ihnen alles Gute.

Die „Homo-Ehe“

Vor über 20 Jahren, direkt nach dem Abitur, habe ich ein Jahr als Au-Pair in San Francisco gelebt.

Dort leben wegen des liberalen Klimas sehr viele Homosexuelle.

Es hat nicht lange gedauert, bis ich Menschen kennenlernte, die lesbisch oder schwul waren. Eine Freundin, mit der ich auch heute noch befreundet bin, hat mir z.B. relativ schnell davon erzählt, dass sie Frauen liebt.

Als sie die Worte „I’m gay“ („ich bin homosexuell“) ausgesprochen hatte, schaute sie mich verstohlen und etwas ängstlich von der Seite an, um zu prüfen, wie ich diese Aussage verkrafte.

Würde ich sie jetzt ablehnen? Würde ich es widerlich finden? Wäre das das Ende unserer Freundschaft?

Ein Leben in Wahrheit

Für mich ist es essentiell wichtig, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, ein Leben in Wahrheit zu führen.

Wenn Sie innerlich spüren, dass Sie sich als Mann zu Männern hingezogen fühlen, können Sie sich auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln, aber das wird nichts ändern.

Wenn Sie nah an Ihrer Seele und glücklich leben wollen, müssen Sie in der Wahrheit bleiben.

Und die Gesellschaft ist meiner Meinung nach verpflichtet, Ihnen das zu ermöglichen, so lange Sie mit Ihrem Verhalten keinem anderen schaden.

Für mich ist klar: Liebe ist Liebe.

Ich finde es wundervoll, wenn zwei (oder mehr) Menschen sich so sehr lieben, dass sie verbindlich miteinander leben wollen.

Daher bin ich aus tiefster Überzeugung dafür, jedem Menschen das gleiche Eherecht zu geben.

Eine Ehe bringt nicht nur Vorteile mit sich, sondern sie bedeutet auch, dass man füreinander einsteht und Verpflichtungen übernimmt.

Ich finde, das wird derzeit gerne vergessen.

Wenn ich mir z.B. die Äußerungen der saarländischen Ministerpräsidentin durchlese, die Kinder vor gleichgeschlechtlichen Eltern schützen möchte, werde ich wütend und traurig.

Die Realität

Ich bin seit über zehn Jahren als Scheidungsanwältin tätig.

Glauben Sie mir eins: Wenn es Eltern nach einer Trennung nicht schaffen, für ihr Kind da zu sein, ist das für das Kind die schlimmstmögliche Situation.

Das heutige Unterhaltsrecht bevorteilt zudem massiv denjenigen, bei dem die Kinder nicht wohnen.

Dieses Elternteil muss sich nicht um den Alltag kümmern.

Alle Krankheiten, alle Probleme mit der Betreuung, alle Hausaufgaben, alle Entwicklungsprobleme, im Grunde alles, was das Kind akut täglich betrifft, bleibt hauptsächlich am betreuenden Elternteil hängen.

Das deutsche Unterhaltsrecht verlangt zudem vom betreuenden Elternteil eine Vollzeittätigkeit, sobald das jüngste Kind drei Jahre alt ist. D.h., der Expartner muss nach der Scheidung ab diesem Zeitpunkt in der Regel keinen Unterhalt mehr für Sie zahlen.

Klar, für die Kinder wird er Unterhalt entsprechend der Düsseldorfer Tabelle zahlen.

Die Düsseldorfer Tabelle räumt dem Ex-Partner aber erhebliche Möglichkeiten ein, wie er sein Einkommen runterrechnen kann. Das wird dann juristisch formvollendet „bereinigtes Nettoeinkommen“ genannt.

Hat er zum Beispiel ein monatliches Netto von 4.000,00 €, ein paar Schulden und eine weite Fahrtstrecke zur Arbeit, stehen die Chancen gut, dass er maximal 500,00 € an seine Ex-Familie zahlen muss.

Die Familie erhält zwar zusätzlich noch das Kindergeld, aber es dürfte jedem klar werden, dass hier Beträge rauskommen, die weit unter dem Sozialhilfesatz liegen.

Die Konsequenz?

Die Familie wird Antrag auf Hartz IV-Leistungen stellen müssen. Die Kinder, die in dieser Familie leben, werden arm sein.

Diese schreiende Ungerechtigkeit ist anscheinend gesellschaftlich vollkommen vertretbar.

Wenn man sich als Politiker den Schutz der Familie auf die Fahnen schreibt, frage ich mich, warum man nicht dort ansetzt.

Adoptionsrecht für homosexuelle Eltern?

Eine Volladoption eines Kindes durch zwei homosexuelle Elternteile bedeutet, dass das Kind damit rechtlich wie deren eigenes Kind gestellt wäre.

Es hat dann nicht nur zwei Mütter oder zwei Väter, sondern vor allem zwei Menschen, die verpflichtet sind, für seinen Unterhalt aufzukommen. Zwei Menschen, von denen es erben wird.

Ist das nicht besser, als nur einen rechtlichen Vater oder eine rechtliche Mutter zu haben?

Die frühkindliche Entwicklung

Das Argument des angeblichen Schutzes der frühkindlichen Entwicklung halte ich für blanken Hohn.

Ein Kind braucht Stabilität, Liebe, Zuwendung und Menschen, die für es eintreten und da sind.

Das müssen nicht Vater und Mutter sein.

Wie viele Kinder in Deutschland wachsen bei ihren Großeltern oder in Pflegefamilien auf?

Werden diese Kinder dadurch in ihrer Entwicklung gestört?

Ich denke nicht. Ich denke, dass Kinder in vielen Fällen dadurch erst zu einer positiven Entwicklung finden können.

Abschließend noch eine kleine Anekdote aus meinem Au-Pair Jahr:

Drei kleine Mädchen spielen im Sandkasten miteinander. Eines davon ist das Kind eines lesbischen Paares. Es kommt zum Streit um Spielsachen.

Schließlich brüllt dieses Kind die anderen an: „Aber ich habe zwei Mütter und Ihr nicht!“

Wie man Angst überwindet

Es gibt eigentlich kein schlimmeres Gefühl, als vor etwas Angst zu haben.

Man macht sich Gedanken, malt sich Dinge aus und rechnet dabei leider auch gerne mit dem Schlimmsten.

Sind Angst und Panik erst einmal im Kopf freigesetzt, lassen sie sich nicht mehr so leicht stoppen. Sie lähmen und behindern und zerstören den Glauben daran, dass man selbst Einfluss auf das künftige Geschehen und damit auf sein Glück nehmen kann.

Vielleicht haben Sie vor ein paar Jahren das Buch „Eat Pray Love“ von Elizabeth Gilbert gelesen. (Falls nicht: Leseempfehlung, insbesondere in schwierigen Lebensphasen!)

Das Buch ist eine Autobiografie und beginnt in dem Moment, in dem die Autorin erkennt, dass sie mit ihrer Ehe und dem Leben, das sie sich gemeinsam mit ihrem Ehemann aufgebaut hat, nicht zufrieden ist.

Sie entschließt sich zur Trennung und Scheidung.

Ihr Ehemann kann damit zunächst nicht umgehen, lässt sie lange Zeit nicht los und verzögert den Abschluss des Scheidungsverfahrens immer weiter.

Während einer Autoreise mit einer Freundin erzählt die Autorin ihr, dass sie die Situation nicht mehr aushält. Sie wünscht sich, dass ihr Mann endlich die Scheidungspapiere unterzeichnet, damit sie geschieden ist und ihr Leben weiterleben kann.

Ihre Freundin schlägt ihr vor, all die Personen gedanklich aufzulisten, die der Meinung sind, dass sie genug gelitten hat und daher bereit sind, ihre Scheidungspapiere ebenfalls zu unterschreiben.

Gemeinsam zählen sie die unterschiedlichsten Personen auf, angefangen mit Freunden und Verwandten, über Berühmtheiten der Zeitgeschichte… Am Schluss hat im Grunde jede Person, die ihnen eingefallen ist, die Papiere mit unterschrieben.

Es kommt wie es kommen muss:

Fast zeitgleich erfährt die Autorin, dass ihr Ehemann die Papiere unterschrieben hat und sie rechtskräftig geschieden ist.

Das Ganze klingt jetzt für manche vermutlich ein wenig nach Abrakadabra und Voodoo.

Aber die Methode, die in dieser Geschichte mitschwingt, ist sehr hilfreich, wenn man von Angst überwältigt wird.

Wenn Sie sich ängstlich fühlen, versammeln Sie innerlich all die Menschen um sich, von denen Sie wissen, dass sie auf Ihrer Seite sind:

Ihr Partner. Ihre beste Freundin. Ihre Eltern. Ihr Bruder. Weitere Freundinnen und Freunde. Ihre besten Kumpel…

Wenn Sie all diese Personen eine Weile aufgezählt und innerlich an Ihre Seite gestellt haben, werden Sie sich deutlich weniger alleine fühlen und können so Ihre Angst bekämpfen.

Sie werden wieder wissen, dass es Menschen gibt, die an Sie glauben und die Ihre Vorzüge kennen.

Es ist, als würde man dadurch seine Truppen hinter sich scharen, die bereit sind, einen zu unterstützen und zu begleiten.

Und noch etwas:

Begreifen Sie Phasen, die schwierig sind und Angst auslösen, als Übungssituationen. Wie in einem Spiel stehen Sie vor einer Aufgabe, die es zu lösen gilt und die auch gelöst werden kann…

Viel Mut dafür!

PS: Als ideales Begleitlied empfehle ich Ihnen „Millionen Legionen“ von Thomas D…