Leitfaden Selbständigkeit 10: Für Freunde arbeiten

Ich arbeite oft und gerne für Freunde. Mit der Zeit haben sich aber ein paar „Abwicklungsprobleme“ eingeschlichen, die häufiger auftraten und teilweise von mir mitverursacht worden waren.

Deshalb habe ich vor einer Weile eine Zusammenfassung geschrieben, wie die Mandatsbearbeitung für einen Freund aus meiner Sicht ablaufen sollte.

Sicherlich wird nicht alles – aber vermutlich doch vieles – auf Ihre Selbständigkeit übertragbar sein:

Freundschaft und Mandat:

1. Kontaktaufnahme

Falls Du meinen juristischen Rat suchst, kannst Du mich gerne während meiner Geschäftszeiten kontaktieren. Am Wochenende und abends stehe ich für juristische Fragen nicht zur Verfügung.

Mir ist es am liebsten, wenn Du mich unter meiner Büronummer (06373-891145) anrufst oder mir eine Email schreibst.

Falls Du mich nicht direkt erreichst, genügt es, mir eine Nachricht zu hinterlassen.

2. Emails

Auch Emails erhalte ich am liebsten während meiner Geschäftszeiten.

Schreibst Du mir außerhalb davon, erfolgt die Bearbeitung erst am nächsten Werktag und sobald ich Zeit dafür habe.

Falls Du mir Dokumente übersendest, versuch sie bitte in ein .pdf-Dokument zu packen und nicht in 23 Einzelbilder. Achte auf die Größe Deiner Anhänge.

 3. Mandatsbearbeitung

Ich bearbeite zeitgleich eine Vielzahl von Mandaten und muss oft abwägen, welche Sache am dringlichsten ist.

Ich werde Deinen Fall schnellstmöglich bearbeiten. Bitte beachte jedoch, dass ich Deine Sache nicht immer vorziehen kann.

4. Echte Notfälle

Ein echter Notfall liegt vor, wenn jemand auf der Brücke steht und runterspringen will (oder Vergleichbares).

Ist ein echter Notfall gegeben, kontaktiere mich bitte sofort und gerne auch unnachgiebig auf mehreren Kanälen.

In allen anderen „Notfällen“: s.o.

5. Fristen

Fristen werden von einer Behörde, einem Gericht oder einem Gegner gesetzt und betragen in der Regel mindestens eine, meistens mehrere Wochen.

Fristen müssen unbedingt eingehalten werden, um Nachteile für Dich zu vermeiden!!

Bitte organisiere Dich so, dass Du Deine Post regelmäßig öffnest und mich gleich kontaktierst und nicht erst, wenn die Frist am nächsten Tag abläuft.

6. Bezahlung

Meine Dienstleistung kostet Geld.

Gerne gebe ich Dir einen kleinen Tipp oder eine kostenlose Ersteinschätzung.

Muss ich mir aber einen längeren Sachverhalt anhören, für Dich recherchieren, mir Sachen von Dir durchlesen oder Schriftsätze für Dich verfassen, werde ich Dir das entsprechend der gesetzlichen Regeln der Rechtsanwaltsvergütung in Rechnung stellen.

Rabatte räume ich nicht ein. Dies insbesondere auch, weil Mandate von Freunden in der Regel deutlich zeitaufwändiger sind als reguläre.

Hast Du eine Rechtschutzversicherung oder kommst Du für Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe in Betracht, kann ich natürlich darüber abrechnen.

7. Entfernung

Wohnst Du weiter weg und läuft Dein juristisches Problem auf einen Rechtsstreit oder Ortstermin hinaus, macht es vom Aufwand und von den Kosten her oft keinen Sinn, dass ich Dich vertrete.

Denn Du müsstest meine Reisekosten oder einen Terminsvertreter vor Ort bezahlen.

Sprich mich dennoch gerne an, ich werde Dir einen Kollegen empfehlen oder Dir sagen, worauf Du bei einer Beauftragung achten musst.

8. Andere Anwälte

Hast Du einen anderen Anwalt beauftragt, ist nur er für Dich zuständig.

Wenn Du mit ihm nicht zufrieden bist, kannst Du mich gerne kontaktieren, das weitere Procedere erfolgt dann wie oben beschrieben.

9. Krankheit

Wenn ich krank bin, kann und werde ich nicht arbeiten.

Kontaktierst Du mich telefonisch, teilt Dir mein Anrufbeantworter mit, wann ich wieder verfügbar bin.

Hast Du mich auf anderem Wege kontaktiert, werde ich Dir – sofern möglich – eine kurze Nachricht zukommen lassen, wann ich wieder einsatzfähig bin.

Bist Du bereits Mandant, sorgen meine Sekretärin oder ich dafür, dass Deine Fristen eingehalten oder verlängert und etwaige Termine verschoben werden. Du erhältst in diesen Fällen eine entsprechende Nachricht von meinem Büro.

Sollte während meiner Krankheit in einer neuen Sache ein Notfall vorliegen oder eine Frist ablaufen, kontaktiere bitte einen Kollegen.

 

 

 

 

Leitfaden Selbständigkeit 9: Die Arbeitsumgebung

Wenn Sie meine bisherigen Beiträge zum Thema Selbstständigkeit gelesen haben, wissen Sie, dass ich ein Fan davon bin, im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten in die Selbstständigkeit zu starten.

Das Büro:

Man muss nicht gleich eine riesige Bürofläche und 25 Mitarbeiter anschaffen, damit ein Unternehmen erfolgreich wird.

In vielen Berufen lohnt es sich am Anfang gar nicht, ein separates Büro anzumieten. Vielleicht liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit sowieso im Online-Bereich, sodass Sie gut von zu Hause arbeiten können.

Mit Ihren Kunden können Sie über E-Mail, Telefon oder Skype kommunizieren.

Persönliche Treffen können beim Kunden oder in einem Restaurant oder Café stattfinden.

Falls Sie Ihr Arbeitszimmer zu Hause haben, sollten Sie sich von einem Steuerberater beraten lassen, ob Kosten für dieses Arbeitszimmer steuerlich abgesetzt werden können.

Indem Sie sich zunächst eine Büromiete „ersparen“, nehmen Sie einen hohen Druck von sich. Die 600,00 €, die Sie dadurch monatlich nicht ausgeben, müssen Sie zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit auch nicht verdienen.

Gerade, wenn Ihre Umsätze am Anfang noch niedrig sind, ist das eine erhebliche Erleichterung. Denn auf eine Sache können Sie sich verlassen: Auch wenn kein Geld eingeht, die nächsten Rechnungen kommen bestimmt!

Die Ausstattung:

Bei Gegenständen, die Sie anschaffen – vor allem bei elektronischen – würde ich sehr genau auf Qualität achten.

Es bringt Ihnen überhaupt nichts, wenn Sie einen Billigdrucker kaufen, der Sie genau in dem Moment im Stich lässt, in dem Sie ihn wirklich brauchen. Oder ein Laptop, das nach einem Jahr Ihren Anforderungen nicht mehr genügt.

Vermeiden Sie bei solchen Anschaffungen Ratenkäufe, denn hierdurch wird Ihre Liquidität erheblich belastet.

Investieren Sie Ihr Geld sinnvoll in gute Technik, erprobte Arbeitsmittel und all die Gegenstände und Geräte, die Sie benötigen, um ungestört und fröhlich zu arbeiten.

Die Mitarbeiter:

Falls Sie Mitarbeiter haben, fragen Sie nach, ob es bestimmte Büromittel gibt, die für den jeweiligen Mitarbeiter wichtig sind.

Das bedeutet nicht, dass Sie jedem Mitarbeiter ein MacBook Air zur Verfügung stellen sollen, aber wenn sich ein Mitarbeiter z.B. einen bestimmten Klebstreifenabroller wünscht (Sie lachen, aber das ist wirklich vorgekommen…), ist eine solche Anschaffung sicherlich eine gute Investition.

Denn damit haben Sie Ihrem Mitarbeiter nicht nur gezeigt, dass Sie ihm die Materialien geben wollen, die er benötigt, nein, er wird sich auch geschätzt fühlen, weil Ihnen seine Meinung und sein Wohlbefinden wichtig sind.

Fazit:

Geben Sie Ihr Geld sinnvoll für die Dinge aus, die Sie wirklich benötigen, und versuchen Sie Ausgaben, insbesondere laufende, die nicht erforderlich sind, zu vermeiden.

Wie man Angst überwindet

Es gibt eigentlich kein schlimmeres Gefühl, als vor etwas Angst zu haben.

Man macht sich Gedanken, malt sich Dinge aus und rechnet dabei leider auch gerne mit dem Schlimmsten.

Sind Angst und Panik erst einmal im Kopf freigesetzt, lassen sie sich nicht mehr so leicht stoppen. Sie lähmen und behindern und zerstören den Glauben daran, dass man selbst Einfluss auf das künftige Geschehen und damit auf sein Glück nehmen kann.

Vielleicht haben Sie vor ein paar Jahren das Buch „Eat Pray Love“ von Elizabeth Gilbert gelesen. (Falls nicht: Leseempfehlung, insbesondere in schwierigen Lebensphasen!)

Das Buch ist eine Autobiografie und beginnt in dem Moment, in dem die Autorin erkennt, dass sie mit ihrer Ehe und dem Leben, das sie sich gemeinsam mit ihrem Ehemann aufgebaut hat, nicht zufrieden ist.

Sie entschließt sich zur Trennung und Scheidung.

Ihr Ehemann kann damit zunächst nicht umgehen, lässt sie lange Zeit nicht los und verzögert den Abschluss des Scheidungsverfahrens immer weiter.

Während einer Autoreise mit einer Freundin erzählt die Autorin ihr, dass sie die Situation nicht mehr aushält. Sie wünscht sich, dass ihr Mann endlich die Scheidungspapiere unterzeichnet, damit sie geschieden ist und ihr Leben weiterleben kann.

Ihre Freundin schlägt ihr vor, all die Personen gedanklich aufzulisten, die der Meinung sind, dass sie genug gelitten hat und daher bereit sind, ihre Scheidungspapiere ebenfalls zu unterschreiben.

Gemeinsam zählen sie die unterschiedlichsten Personen auf, angefangen mit Freunden und Verwandten, über Berühmtheiten der Zeitgeschichte… Am Schluss hat im Grunde jede Person, die ihnen eingefallen ist, die Papiere mit unterschrieben.

Es kommt wie es kommen muss:

Fast zeitgleich erfährt die Autorin, dass ihr Ehemann die Papiere unterschrieben hat und sie rechtskräftig geschieden ist.

Das Ganze klingt jetzt für manche vermutlich ein wenig nach Abrakadabra und Voodoo.

Aber die Methode, die in dieser Geschichte mitschwingt, ist sehr hilfreich, wenn man von Angst überwältigt wird.

Wenn Sie sich ängstlich fühlen, versammeln Sie innerlich all die Menschen um sich, von denen Sie wissen, dass sie auf Ihrer Seite sind:

Ihr Partner. Ihre beste Freundin. Ihre Eltern. Ihr Bruder. Weitere Freundinnen und Freunde. Ihre besten Kumpel…

Wenn Sie all diese Personen eine Weile aufgezählt und innerlich an Ihre Seite gestellt haben, werden Sie sich deutlich weniger alleine fühlen und können so Ihre Angst bekämpfen.

Sie werden wieder wissen, dass es Menschen gibt, die an Sie glauben und die Ihre Vorzüge kennen.

Es ist, als würde man dadurch seine Truppen hinter sich scharen, die bereit sind, einen zu unterstützen und zu begleiten.

Und noch etwas:

Begreifen Sie Phasen, die schwierig sind und Angst auslösen, als Übungssituationen. Wie in einem Spiel stehen Sie vor einer Aufgabe, die es zu lösen gilt und die auch gelöst werden kann…

Viel Mut dafür!

PS: Als ideales Begleitlied empfehle ich Ihnen „Millionen Legionen“ von Thomas D…