Leitfaden Selbständigkeit 2: Der Grundstein

Sie müssen sich zunächst überlegen, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie anbieten wollen.

Von Vorteil ist es, wenn Sie in dem angestrebten Bereich eine Ausbildung haben und/ oder in dem entsprechenden Beruf schon als Angestellter gearbeitet haben.

Eine Selbständigkeit erfordert von Ihnen viele Fertigkeiten neben dem eigentlichen Beruf.

Daher sollte man meiner Meinung nach für die Kerntätigkeit ausreichend Erfahrung mitbringen.

Meine Gründung ist in der Zeit erfolgt, in der die sog. „Ich-AGs“ gefördert wurden.

Diese Förderung ist – so kam es mir damals jedenfalls vor – jedem bewilligt worden, der sich selbständig machen wollte. Das war nicht immer sinnvoll.

Man konnte z.B. beobachten, dass an vielen Ecken Nagelstudios Eröffnung feierten und etwa ein halbes Jahr später wieder verschwunden waren. Ein Kurs zur „Nagelmodellage“ war günstig zu haben, auch die Grundausrüstung war erschwinglich…

Jedoch hatten die wenigsten Nageldesigner durchkalkuliert, wie viele Hände sie maniküren mussten, um überhaupt die monatliche Raummiete zu erwirtschaften. (Derzeit kann man das gleiche Phänomen übrigens bei Goldankaufläden beobachten.)

Meist endet eine solche kurze Selbständigkeit nicht damit, dass der Laden einfach schließt:

  • Geschäftsräume werden oft auf mehrere Jahre angemietet,
  • Lieferanten und Mitarbeiter wollen bezahlt werden,
  • Kredite sind aufgenommen worden.

So kommt es häufig vor, dass eine Selbständigkeit mit hohen Schulden und in der Insolvenz endet.

Eine Insolvenz ist in Deutschland zwar nicht das Ende der Welt, bedeutet aber, dass Sie auf viele Jahre finanziell eingeschränkt leben müssen und Ihre Kreditwürdigkeit auch nach der Restschuldbefreiung lange negativ bleibt.

Ich rate Ihnen deshalb, eine Selbständigkeit nur aufzunehmen, wenn Sie Ihren Job können und Sie ihn auch wirklich und von Herzen machen wollen.

Wie geht es dann weiter? Dazu mehr im nächsten Beitrag!

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