Leitfaden Selbständigkeit 6: Die Partnerschaft

Es gibt viele Vorteile,  wenn man eine Selbständigkeit mit einem Partner startet:

Sie sind nicht allein und haben jemanden, mit dem Sie Dinge durchsprechen können. Der Ihnen den Rücken stärkt, wenn Probleme auftreten.

Man kann leichter ein größeres Angebot anbieten, wenn zwei Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammenarbeiten.

Kosten (Büromiete, Anschaffungen, Marketing, Angestellte…) können geteilt werden, wodurch die Selbständigkeit deutlich günstiger wird.

Ist einer der Partner krank, kann der andere für ihn einspringen.

Eine Partnerschaft hat aber auch Nachteile:

Zwei Menschen – mindestens zwei Meinungen.

Vielleicht arbeiten Sie auf unterschiedliche Weise oder sind zu verschiedenen Zeiten einsatzbereit und kreativ. Sie sind ein Akquise-Genie, während Ihr Partner eher zum Arbeitstier mutiert und gerne Nachtschichten einlegt.

In dem Moment, in dem einer von Ihnen denkt: „Oh, es ist unfair, dass ich die ganze Arbeit mache/ mehr Kunden bringe/ viel weniger Geld bekomme/ mehr Stunden arbeite…“ werden die Dinge kompliziert…

Es kann auch sein, dass Sie mit der Zeit unterschiedliche Visionen haben, wie sich Ihr Geschäft weiter entwickeln soll.

Falls man mit einem Partner durchstarten will, ist es lebenswichtig, dass man sich vorher ausführlich bespricht und genau festlegt, was man voneinander erwartet und wie man miteinander arbeiten will.

Verträge sind dazu da, damit man sich verträgt!

Die Absprachen müssen meines Erachtens in einem schriftlichen Vertrag festgehalten werden.

Falls Sie einen solchen Vertrag abschließen, müssen folgende Dinge unbedingt geklärt und enthalten sein:

  • Welche Art von Gesellschaft (GmbH, GbR, AG…) wollen Sie gründen? Jede Gesellschaftsform hat bestimmte Vor- und Nachteile, so dass es sinnvoll ist, sich hierzu durch einen Steuerberater und/ oder Rechtsanwalt beraten zu lassen.
  • Wie soll der Gewinn aufgeteilt werden?
  • Wer soll welches Gehalt erhalten?
  • Wer trägt welche Kosten?
  • Wieviel Zeit bringt jeder Partner in die Partnerschaft ein? Was passiert, wenn sich das ändert?
  • Sollen Nebenjobs erlaubt sein?
  • Was ist mit Wettbewerbsverboten und Konkurrenzschutz?
  • Wer soll die Entscheidungen treffen und auf welchem Weg werden sie erreicht?
  • Soll einer von Ihnen das Recht haben, Verträge abzuschließen, die auch den Partner binden?
  • Wie viele Urlaubstage soll jeder haben?
  • Was passiert, wenn einer der Partner (längerfristig) krank wird?
  • Was passiert, wenn einer der Partner stirbt?
  • Wie soll die Partnerschaft beendet, die Gesellschaft aufgelöst werden?
  • Wie sollen Aktiva aufgeteilt werden? (Wenn man klein anfängt, kann es sinnvoll sein, dass einer den Drucker kauft und der andere das iPad…)
  • Wie und wo sollen Streitigkeiten zwischen den Partnern geklärt werden? Soll es eine Pflicht zur Mediation geben?
  • Da Ihr Anteil an der Partnerschaft Teil Ihres Vermögens ist, muss sichergestellt werden, dass durch eine Scheidung oder Insolvenz das Geschäft nicht ruiniert wird. Es gibt rechtliche Strategien, mit denen dies verhindert werden kann. Jeder Partner sollte einen Ehevertrag haben, in dem klargestellt wird, dass der Geschäftsanteil nicht zu dem Vermögen gehört, das bei einer Scheidung aufzuteilen ist.
  • Sie müssen dafür sorgen, dass die erforderlichen Versicherungen – insbesondere eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung – abgeschlossen werden, damit ein Fehler Ihres Partners nicht Ihren eigenen Ruin nach sich zieht.

Sie sehen, es gibt viel zu bedenken und durchzusprechen.

Falls Sie eine Partnerschaft planen, hinterlassen Sie doch einen Kommentar und erzählen Sie, was Sie vorhaben und in welchem Stadium Sie gerade sind!

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