Leitfaden Selbständigkeit 7: Die Liquiditätsplanung

Keine Sorge, dieser Blogbeitrag wird nicht so kompliziert, wie die Überschrift fürchten lässt.

Sie müssen aber als Selbständiger und vor allem als Existenzgründer unbedingt wissen, wann Sie welches Geld benötigen und wann Sie es hoffentlich verdienen werden. Den entsprechenden Überblick verschaffen Sie sich mit Ihrer Liquiditätsplanung.

Der Privatbedarf:

Zunächst müssen Sie sich überlegen, wie hoch Ihr monatlicher Privatbedarf ist:

Was geben Sie für Miete, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Lebensmittel und Ähnliches aus?

Schreiben Sie sich diese Positionen auf einen Zettel, legen Sie eine Excel-Tabelle an oder rechnen Sie es mit einem Freund durch.

Nach einer Weile haben Sie eine solche Aufstellung:

 

Privatbedarf

 

(Ich füge Ihnen in diesen Beitrag Bilder von meinen eigenen Excel-Planungen aus dem Jahr 2005 ein. Damals habe ich eine Kanzlei gekauft und musste im Vorfeld die entsprechenden Aufstellungen fertigen, um zu sehen, wohin die Reise gehen wird.

Falls Sie das Bild im Beitrag nicht deutlich genug erkennen können, klicken Sie auf das Bild für eine größere Ansicht.)

Der Ertragsplan:

Im nächsten Schritt erstellen Sie Ihren Ertragsplan.

In diesen nehmen Sie als Erstes Ihren prognostizierten Monatsumsatz auf.

Woher Sie wissen sollen, wieviel Umsatz Sie machen werden? Da werden Sie – sofern Sie keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen – kreativ raten müssen.

Seien Sie dabei realistisch und legen Sie das Wissen und die Erfahrungen zu Grunde, die Sie schon gesammelt haben. Seien Sie eher pessimistisch als optimistisch, denn Sie wollen in Ihrer Planung ja hauptsächlich wissen, ob sich Ihr Konzept auch mit schlechten Umsätzen trägt oder nicht.

(In meiner Planung hatte ich damals mit extrem niedrigen Anfangsumsätzen gearbeitet. Als dann mehr Geld als erwartet einging, gab das natürlich Auftrieb und hat die Gründersorgen deutlich abgemildert.)

Dann fügen Sie Ihre beruflichen Ausgaben ein, wie etwa monatliche Kosten für Personal, Versicherungen, Beiträge, Investitionen und Büromiete…

Denken Sie bitte an alle Ausgaben. Achten Sie darauf, dass nicht jede Ausgabe in jedem Monat anfällt. Versicherungen müssen vielleicht quartalsweise oder jährlich bezahlt werden, Ausgaben für Werbung und Investitionen fallen nur einmal an oder können in mehreren Raten bezahlt werden.

Ihr Ertragsplan könnte am Schluss so aussehen:

 

Ertragsplan

 

Der Liquiditätsplan:

In einem letzten Schritt müssen Sie Einnahmen und Ausgaben fortlaufend miteinander vergleichen und erhalten so Ihre Liquiditätsplanung:

 

Liquiditätsplan

 

Ich halte eine solche Planung für extrem wichtig, denn nur wenn Sie wissen, was an Einnahmen und Ausgaben auf Sie zukommt, können Sie absehen, welchen Kapitalbedarf Sie zu Beginn Ihrer Selbständigkeit haben.

Vorlagen für Liquiditätspläne sind im Internet zahlreich zu finden und auch für Menschen, die wie ich mit Excel auf Kriegsfuß stehen, leicht auszufüllen.

Ich verlinke Ihnen hier eine Mustervorlage der IHK Schleswig Holstein.

Falls Sie Probleme mit der Erstellung Ihrer Planung haben, wenden Sie sich an einen Steuerberater oder Buchhalter.

Für Fragen stehe ich Ihnen ebenfalls gerne zur Verfügung: Telefon 06373-891145, oder kontaktieren Sie mich hier.

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