Leitfaden Selbständigkeit 5: „Being Boss“

Wie ich in diesem Beitrag erklärt habe, finde ich es wichtig, dass Sie sich vor Ihrer Selbständigkeit gründlich informieren. Auch wenn Sie schon lange selbständig sind, macht es Spaß, sich immer wieder mit Sachen zu beschäftigen, die mit Business zu tun haben.

Meine Lieblingsressource für Inspiration und Bestärkung ist derzeit der „Being Boss“-Podcast (in englischer Sprache) von Kathleen Shannon und Emily Thompson.

 

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Den Podcast gibt es seit Anfang 2015. Jeden Dienstag wird eine neue Folge veröffentlicht, auf die ich mich schon im Vorfeld freue. Zu jeder Episode gibt es auf der Internetseite weitere Informationen und Zitate.

Beide Frauen sind seit ein paar Jahren selbständig. Kathleen Shannon ist Mitinhaberin von Braid Creative und beschäftigt sich mit der Entwicklung und dem Aufbau von Marken und Geschäftsideen. Emily Thompson ist Inhaberin von Indie Shopography und entwickelt Webseiten und Marken.

Beiden geht es nicht nur darum, dass sich ihre Unternehmen entwickeln und wachsen, ihnen ist es auch wichtig, effektiv und hilfreich zu arbeiten.

Da beide Mütter sind, geht es auch viel darum, wie man alles unter einen Hut bekommt, wie man sich selbst organisiert und motiviert bleibt. Dabei gehen sie strategisch und intelligent vor und lassen den Zuhörer an ihren Gedanken und Überlegungen teilhaben.

Ebenso wie ich glauben sie daran, dass es wichtig ist, das, was man selbst erfährt und weiß, mit anderen freigiebig zu teilen.

Hören Sie doch mal rein!

PS: Seit neuestem gibt es auch eine Facebook-Gruppe zum „Being Boss“-Podcast.

 

 

Leitfaden Selbständigkeit 4: Die Recherche

Wie bei allem anderen gilt:

Wissen ist Macht.

Informieren Sie sich – und informieren Sie sich gründlich und früh!

Wir Rechtsanwälte haben unsere Kammern, die Informationen bereitstellen und Hilfestellung geben können. Auch gibt es berufsrechtliche Regelungen, die unser Handeln einschränken und vorgeben.

Mit Sicherheit gibt es auch in Ihrem Bereich Richtlinien, Regeln, Verfahren und Genehmigungen, die eingehalten werden müssen.

Mit Google ist es leicht geworden, sich darüber zu informieren, welche Anforderungen Sie erfüllen müssen, um mit Ihrem eigenen Unternehmen in Ihrer Branche durchzustarten.

Lesen Sie Bücher für Existenzgründer.

Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, sich über Ihr vorhandenes Netzwerk kundig zu machen, weil Sie selbst jemanden kennen, der selbständig ist. Oder Sie kennen jemanden, der wiederum jemanden kennt…

Informieren Sie sich beim Arbeitsamt oder Ihrer Industrie- und Handelskammer. Falls Sie aus  Rheinland-Pfalz sind:

Die IHK-Pfalz hat ein riesiges Internetangebot mit sehr vielen Informationen für Existenzgründer.

Schauen Sie sich in dem Gewerbeverein Ihrer Stadt um, suchen Sie auf Xing, schauen Sie, was Ihre Konkurrenz im Internet macht.

Bauen Sie schon vor Beginn Ihrer Selbständigkeit Ihr Netzwerk.

Fragen Sie andere Menschen. Suchen Sie sich einen Mentor. Sie werden erstaunt sein, wie oft Ihnen „einfach so“ geholfen wird.

Menschen wollen helfen und hilfreich sein.

Um erfolgreich zu sein, reicht es nicht, dass ein Unternehmer in seinem eigenen Bereich gut ist. Er muss sich neben seiner Kernkompetenz viel Wissen erarbeiten oder Menschen finden, die Aufgaben für ihn übernehmen.

Ich möchte eigentlich alles selbst können und habe mir z.B. schon im Referendariat erklären lassen, wie man eine Kostennote schreibt.

Weil ich wissen will, wie es richtig geht, um nicht den Rest meiner Laufbahn von anderen abhängig zu sein.

Was würde ich sonst machen, wenn meine Mitarbeiterin, die die Kostennoten in der Regel schreibt, krankheitsbedingt ausfällt? Keine Rechnungen schreiben für die nächsten drei Wochen? Und damit keinen Umsatz generieren?

Ganz schlechte Idee.

Ich glaube daher, dass Sie zumindest Grundkenntnisse in allen Bereichen haben sollten, die in Ihrer Selbständigkeit anfallen, z.B.:

  • Akquise
  • Angebotserstellung
  • Rechnungen schreiben
  • Geschäftskonto
  • Berufliche Versicherungen
  • Buchhaltung
  • Steuererklärung
  • Umsatzsteueranmeldung
  • Marketing
  • EDV
  • Internet/ Email/ Homepage
  • Verträge
  • Arbeitsrecht

Verstehen Sie mich nicht falsch:

Ihre Arbeitszeit ist rar.

Sie sollen und müssen sich Ihren Kopf für die wichtigen Aufgaben frei halten.

Wenn Ihr Business wächst, müssen Strukturen da sein oder schnell geschaffen werden können, die dieses Wachstum auffangen.

Dennoch müssen Sie die Grundlagen kennen, damit Sie das richtige Team an Mitarbeitern und Dienstleistern zusammenstellen.

Drei Dienstleister würde ich mir schon am Anfang suchen, damit die Weichen richtig gestellt werden:

  • Einen Steuerberater, der Ihnen Buchhaltung, Rechnungen, Umsatz- und Steuererklärungen erklären und fertigen kann.
  • Einen Versicherungsberater, der Ihnen hilft, die Versicherungen abzuschließen, die Ihre Arbeitskraft und Ihre Selbständigkeit absichern.
  • Einen Rechtsanwalt, wenn Sie für Ihre Gründung Verträge unterschreiben müssen.

Sie haben Anregungen, Fragen oder Kommentare? Schreiben Sie mir doch ein paar Zeilen!

Leitfaden Selbständigkeit 3: Die Vision

In jeder Existenzgründungsberatung kommt der Moment, wenn Ihr Coach möchte, dass Sie Ihre „Vision“ entwerfen.

 „Wo sehen Sie sich in fünf und wo in zehn Jahren?!“

Tja, und dann sitzen Sie da und sollen Ihre Zukunft aus dem Ärmel schütteln…

Ich fand diese Frage albern: Ich wollte Anwalt sein, davon leben können und dann „mal sehen“.

Klar, man hat das ein oder andere Rechtsgebiet, das einem mehr liegt. Aber was bringt es, wenn ich mir sage „Oh, ich will nur Erbrecht machen!“ und dann kommt in den nächsten fünf Jahren kein Erbrechtsmandant durch die Tür?

Ich finde es gut, wenn man sich Ziele setzt.

Will ich z.B. wirklich, wirklich Erbrechtsspezialist werden, werde ich mich auf diesem Gebiet intensiv fortbilden. Und ich werde meine Akquise und Werbung darauf ausrichten, Erbrechtsfälle an Land zu ziehen.

Verzetteln Sie sich nicht.

Mache ich z.B. eine Autowerkstatt auf, bin gleichzeitig Paketshop, verkaufe gebrauchte Kinderkleidung auf eBay und züchte nebenher professionell Hunde, könnte es sein, dass ich am Schluss nur noch von Aufgabe zu Aufgabe hetze und keine Sache richtig mache.

Unerledigte oder schlecht erfüllte Aufgaben führen zu Kundenunzufriedenheit!

Mein Rat daher:  Überlegen Sie sich noch vor der Gründung, wohin die Reise ungefähr gehen soll. Was Sie erreichen wollen und wie Sie arbeiten möchten.

Überdenken Sie gesetzte Ziele von Zeit zu Zeit.

Ich überlege mir am Anfang eines Jahres, was ich in diesem Jahr erreichen will:

Vor ein paar Jahren wollte ich die nötigen familienrechtlichen Fälle bekommen, um den Fachanwaltstitel im Familienrecht zu erwerben, davor wollte ich eine bestimmte Anzahl von Mandaten erreichen…

Man erreicht seine Ziele, wenn man sich an ihnen orientiert.

Von daher:  Visionen entwickeln, Ziele setzen – nicht die schlechteste Idee, aber bitte bleiben Sie offen für das, was der Markt und Ihr Betrieb bietet.

Noch weiterlesen? Dann bitte hier entlang zum vierten Teil.